
Google schaltet Anrufanzeigen ab: Was Optiker bis Februar 2027 umstellen müssen
Für viele Optiker ist das Telefon der wichtigste Kanal. Wer einen Sehtest möchte, eine Brille abholen will oder kurz fragt, ob Kontaktlinsen vorrätig sind, ruft an. Entsprechend beliebt waren bei Google Ads lange die sogenannten Anrufanzeigen: Anzeigen, die nur eine Telefonnummer zeigen, ein Tipp auf dem Smartphone, und der Kunde ist direkt am Apparat.
Diese Anzeigenform läuft aus. Laut Google lassen sich seit Januar 2026 keine neuen Anrufanzeigen mehr erstellen, und bestehende werden im Februar 2027 komplett abgeschaltet. Wer sein Google-Ads-Konto seit längerem nicht angefasst hat, bemerkt das möglicherweise erst, wenn die Anrufe plötzlich ausbleiben.
Was genau sich ändert
Anrufanzeigen (im Englischen „Call-only Ads") waren ein eigener Anzeigentyp, gedacht für Smartphone-Nutzer. Statt auf eine Website zu führen, löste ein Klick direkt einen Anruf aus. Google ersetzt diesen Typ durch eine Kombination, die es schon länger gibt: responsive Suchanzeigen mit einem Anruf-Asset.
Der Unterschied für den Kunden ist klein – die Telefonnummer erscheint weiterhin direkt in der Anzeige und lässt sich antippen. Der Unterschied für das Werbekonto ist größer: Die Anzeige braucht jetzt zusätzlich Anzeigentexte und eine Zielseite, und sie konkurriert mit anderen Formaten um die Ausspielung.
Wichtig: Bestehende Anrufanzeigen laufen bis Februar 2027 weiter. Es gibt also keinen Grund zur Panik – aber einen guten Grund, die Umstellung jetzt in Ruhe zu machen, statt im Februar unter Zeitdruck zu bemerken, dass eine Kampagne nichts mehr ausspielt.
Warum das gerade Optiker betrifft
Bei einem Handwerker-Notdienst ist der Anruf die einzige sinnvolle Aktion. Beim Optiker ist es komplizierter: Ein Teil der Kunden ruft an, ein anderer bucht lieber online einen Termin, ein dritter will erst Fotos vom Geschäft und die Öffnungszeiten sehen.
Die Umstellung ist deshalb auch eine Chance. Eine responsive Suchanzeige mit Anruf-Asset kann beides: den schnellen Anruf und den Klick auf eine Seite mit Online-Terminbuchung. Wer nur auf Anrufe gesetzt hat, verliert bisher alle Interessenten, die abends um 21 Uhr suchen – wenn niemand mehr ans Telefon geht.
Was du jetzt umstellen solltest
- Prüfen, ob dein Konto Anrufanzeigen enthält – im Google-Ads-Konto unter „Anzeigen" nach dem Anzeigentyp filtern. Viele ältere Konten haben sie, ohne dass es dem Inhaber bewusst ist.
- Responsive Suchanzeigen mit Anruf-Asset anlegen – mindestens eine pro Anzeigengruppe, bevor die alten Anzeigen abgeschaltet werden. So läuft die neue Anzeige schon ein und sammelt Daten.
- Anruf-Asset an die Öffnungszeiten koppeln – die Telefonnummer sollte nur erscheinen, wenn auch jemand abnimmt. Außerhalb der Zeiten führt die Anzeige dann zur Terminbuchung.
- Anrufe als Conversion messen – Google kann Anrufe ab einer bestimmten Dauer als Erfolg werten. Ohne diese Messung weiß das System nicht, welche Anzeige tatsächlich Kunden bringt.
- Eine passende Zielseite bereitstellen – mit Telefonnummer, Online-Terminbuchung und den wichtigsten Leistungen. Die Startseite ist dafür selten die beste Wahl.
Der Punkt, den die Umstellung sichtbar macht
Mit der Anrufanzeige ging eine bequeme Annahme einher: Wenn das Telefon klingelt, hat die Werbung funktioniert. In der Praxis klingelt es aber oft genau dann, wenn im Geschäft Kunden beraten werden – und dann nimmt niemand ab.
Ein verpasster Anruf ist für Google keine Conversion, für den Betrieb aber ein verlorener Kunde, der gerade Geld für einen Klick gekostet hat. Wer die Umstellung ohnehin angeht, sollte deshalb gleich mitprüfen, was mit Anrufen passiert, die niemand annimmt: Gibt es einen Rückruf, eine automatische Nachricht, irgendeinen Weg, diesen Kontakt nicht zu verlieren?
Mehr dazu, wie Google Ads für Optiker grundsätzlich funktioniert und welche Suchbegriffe sich lohnen, steht in unserem Beitrag Google Ads für Optiker.
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